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Positive Emotionen – warum Wertschätzung mehr bewirkt als Kritik

    Hand, die einen lachenden Smiley hält - links im Hintergrund ein trauriger Smiley - rechts ein neutral blickender

    Wer an gute Führung denkt, denkt häufig an das Treffen von Entschei­dungen, Ziel­ver­ein­ba­rungen oder die Vertei­lung von Aufgaben. Weniger offen­sicht­lich ist die Frage, welche Emotionen Führung im Arbeits­alltag auslöst.

    Dabei zeigt die Forschung deut­lich: Posi­tive Emotionen sind kein „weicher Faktor“, sondern eine wich­tige Ressource für Moti­va­tion, Leis­tungs­fä­hig­keit, Weiter­ent­wick­lung und Gesundheit.

    Aus diesem Grund steht das P für Posi­tive Emotionen an erster Stelle im PERMA-Lead-Modell von Markus Ebner.

    Warum posi­tive Emotionen so wirksam sind

    Wenn von posi­tiven Emotionen gespro­chen wird, geht es nicht darum, Probleme zu igno­rieren oder ständig gute Laune zu verbreiten.

    Viel­mehr geht es darum, ein Arbeits­um­feld zu schaffen, in dem u.a. durch Wert­schät­zung und Vertrauen, posi­tive Emotionen wie Freude, Inter­esse, Zufrie­den­heit oder Stolz erlebt werden können.

    Die ameri­ka­ni­sche Psycho­login Barbara Fred­rickson konnte mit ihrer Broaden-and-Build-Theorie zeigen, dass posi­tive Emotionen unseren Denk- und Hand­lungs­spiel­raum erwei­tern. Menschen werden offener für neue Ideen, krea­tiver in der Lösungs­fin­dung und flexi­bler im Umgang mit Herausforderungen.

    Gleich­zeitig helfen posi­tive Emotionen dabei, lang­fristig Ressourcen wie Resi­lienz, Selbst­ver­trauen und soziale Bezie­hungen aufzu­bauen. Sie wirken damit als wich­tiger Schutz­faktor für psychi­sche Gesund­heit und Arbeitsfähigkeit.

    Warum das für Führung rele­vant ist

    Im Arbeits­alltag richten wir unsere Aufmerk­sam­keit oft auf Fehler, Probleme und Risiken. Das ist verständ­lich, denn Führung bedeutet auch Verantwortung.

    Wird der Blick jedoch ausschließ­lich auf Defi­zite gelenkt, entsteht leicht eine Kultur, in der Mitar­bei­tende vor allem darauf achten, Fehler zu vermeiden.

    Posi­tive Leader­ship setzt hier einen bewussten Gegenpol. Führungs­kräfte nehmen nicht nur wahr, was nicht funk­tio­niert, sondern auch, was gelingt.

    Markus Ebner dazu: „Posi­tive Leader­ship bedeutet nicht, Probleme zu igno­rieren, sondern bewusst auch die posi­tiven Aspekte wahr­zu­nehmen und zu fördern.“

    Wert­schät­zung bedeutet dabei weit mehr als gele­gent­li­ches Lob. Es geht darum, Menschen in ihrem Beitrag und Sein wahr­zu­nehmen und ihre Leis­tungen sichtbar zu machen.

    Kleine Gesten mit großer Wirkung

    Posi­tive Emotionen entstehen häufig nicht durch große Maßnahmen, sondern durch alltäg­liche Erfahrungen:

    • ehrli­ches Inter­esse an Mitarbeitenden
    • Aner­ken­nung für geleis­tete Arbeit
    • konstruk­tives Feedback
    • das Sicht­bar­ma­chen von Erfolgen
    • gemein­sames Feiern von erreichten Zielen
    • Vertrauen in die Fähig­keiten anderer

    Gerade in belas­tenden Zeiten können solche Erfah­rungen einen wich­tigen Ausgleich schaffen und die Moti­va­tion stärken.

    Posi­tive Emotionen fördern Gesund­heit und Leistung

    Studien zu PERMA-Lead zeigen, dass Mitar­bei­tende dort enga­gierter, leis­tungs­fä­higer und zufrie­dener sind, wo Führungs­kräfte häufiger posi­tive Emotionen fördern. Gleich­zeitig berichten sie von gerin­geren Belas­tungen, weniger Burnout-Symptomen und nied­ri­geren Krankenständen.

    Posi­tive Emotionen sind deshalb keines­wegs ein „Nice-to-have“. Sie bilden eine wich­tige Grund­lage für gesunde und leis­tungs­fä­hige Organisationen.

    Refle­xi­ons­frage für Führungskräfte

    Wann haben Sie einem Team­mit­glied zuletzt bewusst vermit­telt, welchen Beitrag es zum Erfolg des Teams leistet?

    Im nächsten Beitrag geht es um das zweite Element von PERMA-Lead: Enga­ge­ment – warum Menschen ihre Stärken einbringen wollen und was Führung dazu beitragen kann.

    Foto­credit: pixabay


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