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Engagement – warum Menschen ihre Stärken einbringen wollen

    Grafik mit den Worten "Things are Beautiful if you love them"

    Alle Führungs­kräfte wünschen sich enga­gierte Mitar­bei­tende. Gleich­zeitig erleben sie, dass manche Menschen voller Ideen sind, Verant­wor­tung über­nehmen und sich aktiv einbringen, während andere nur noch das Notwen­digste erledigen.

    Die Frage ist deshalb nicht nur: Wie moti­viere ich meine Mitarbeitenden?

    Viel wich­tiger ist: Welche Rahmen­be­din­gungen schaffen wir, damit Enga­ge­ment über­haupt entstehen kann?

    Was E wie Enga­ge­ment im Sinne von PERMA-Lead bedeutet

    Enga­ge­ment meint hier deut­lich mehr als Fleiß oder Moti­va­tion im allge­meinen Sinn. Es beschreibt jenen Zustand, in dem Menschen voll­ständig in einer Tätig­keit aufgehen – die Zeit vergessen und sich heraus­ge­for­dert, aber nicht über­for­dert fühlen. Der Psycho­loge Mihály Csíks­zent­mi­hályi hat dieses Phänomen als „Flow” bezeichnet.

    Damit dieser Zustand entstehen kann, braucht es ein passendes Verhältnis zwischen den Anfor­de­rungen einer Aufgabe und den Fähig­keiten, die jemand mitbringt. Enga­ge­ment entsteht vor allem dann, wenn die Rahmen­be­din­gungen passen und Menschen ihre Stärken in der Arbeit einbringen können.

    Der entschei­dende Unter­schied: Talent, Kompe­tenz und Stärke

    Für die Führungs­praxis ist an dieser Stelle eine Unter­schei­dung wichtig, die Markus Ebner immer wieder betont. Im Alltag werden die Begriffe Talent, Kompe­tenz und Stärke oft synonym verwendet – sie meinen aber etwas grund­le­gend anderes:

    • Talent: das, was jemand von Natur aus mitbringt – „ich habe”
    • Kompe­tenz: das, was sich jemand ange­eignet hat und gut beherrscht – „ich kann”
    • Stärke: das, was jemandem nicht nur gut gelingt, sondern womit die Person auch Energie gewinnt – „ich will, und es tankt mich auf”

    Diese Unter­schei­dung ist für Führungs­kräfte zentral: Nicht jede Kompe­tenz ist auto­ma­tisch eine Stärke. Jemand kann eine Aufgabe kompe­tent erle­digen und dabei trotzdem Energie verlieren, weil die Tätig­keit nicht den eigenen Stärken entspricht. Stärken hingegen sind jene Fähig­keiten, aus denen Menschen echte Energie schöpfen und dabei aufblühen – und genau das macht sie so wert­voll für nach­hal­tiges Engagement.

    Warum das für Führung rele­vant ist

    In vielen Unter­nehmen ist Perso­nal­ent­wick­lung über­wie­gend defi­zit­ori­en­tiert: Schwä­chen werden iden­ti­fi­ziert, Entwick­lungs­pläne erstellt, um diese auszu­glei­chen. Das ist grund­sätz­lich nicht falsch – führt in der Praxis aber häufig dazu, dass sich Mitar­bei­tende in Rich­tung einer „Entwick­lung bis zur Unauf­fäl­lig­keit” bewegen, statt ihre eigent­li­chen Stärken auszubauen.

    Gallup-Studien mit mehr als 1,7 Millionen Befragten zeichnen dazu ein eindeu­tiges Bild: Nur rund 20 Prozent der Mitar­bei­tenden haben das Gefühl, bei der Arbeit täglich das tun zu können, was sie am besten können.

    Wie Markus Ebner dazu tref­fend fest­hält: Stärken einzu­setzen bringt Energie – sich verbiegen zu müssen kostet Energie.

    Führungs­kräfte, die diesen Unter­schied kennen, können gezielter vorgehen: Aufgaben so verteilen, dass Talente und Kompe­tenzen zum Einsatz kommen – vor allem aber im Blick behalten, wo die tatsäch­li­chen Stärken der einzelnen Team­mit­glieder liegen und wie diese im Arbeits­alltag noch mehr Raum bekommen können.

    Kleine Hebel mit großer Wirkung

    Enga­ge­ment lässt sich im Führungs­alltag gezielt fördern:

    • die Stärken der einzelnen Team­mit­glieder kennen und ansprechen
    • Aufgaben und Projekte so verteilen, dass möglichst viele Stärken zum Einsatz kommen
    • passende Heraus­for­de­rungen schaffen – fordernd, aber nicht überfordernd
    • regel­mä­ßige Stär­ken­ge­spräche als festen Bestand­teil im Führungs­alltag etablieren
    • Frei­räume ermög­li­chen, in denen Mitar­bei­tende eigene Lösungs­wege finden können

    Enga­ge­ment fördert Gesund­heit und Leistung

    Studien belegen den Zusam­men­hang deut­lich: Wer seine Stärken bei der Arbeit einsetzen kann, zeigt nach­weis­lich mehr Leis­tung, bleibt dem Unter­nehmen eher treu und trägt seltener zu unter­neh­mens­schä­di­gendem Verhalten bei. Gleich­zeitig sinken Kran­ken­stände und Burnout-Risiken, während Zufrie­den­heit und Kunden­ori­en­tie­rung steigen.

    Enga­ge­ment ist damit weit mehr als ein „Nice-to-have”. Es ist ein zentraler Hebel für nach­hal­tige Leis­tungs­fä­hig­keit und Gesund­heit in Organisationen.

    Refle­xi­ons­frage für Führungskräfte

    Kennen Sie die größten Stärken jedes einzelnen Mitglieds Ihres Teams – und wissen Sie, wie oft diese im Arbeits­alltag tatsäch­lich zum Einsatz kommen (können)?

    Im nächsten Beitrag geht es um das dritte Element von PERMA-Lead: Rela­ti­onships – warum gute Bezie­hungen und Vertrauen zentrale Ressourcen im Arbeits­alltag sind.

    Foto­credit: pixabay


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